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Ehrenamt – Bremse im Studium statt Motivation fürs Leben

Ehrenamt – Bremse im Studium statt Motivation fürs Leben 1080 716 AktionsGemeinschaft Innsbruck

Elias Knauseder im Einsatz bei der Freiwilligen Feuerwehr (Bild: privat)

„Die freiwillige Feuerwehr ist aus meinem Leben nicht wegzudenken“, so der WiWi-Student Elias Knauseder. „Bei etwa 250 Einsätzen pro Jahr, wo ich bei einem Großteil selbst dabei bin, lerne ich viel fürs Leben! Aber es geht natürlich auch Zeit drauf.“ Zeit, die für ein Studium in Regelzeit benötigt würde.

Doch vonseiten der Universität gibt es keinerlei Unterstützung für dieses für unsere Gesellschaft so wertvolle Engagement. Ganz im Gegenteil: Kommt man durch so wichtige Arbeit langsamer im Studium voran, rutscht man schlimmstenfalls sogar aus der Mindeststudienzeit und den Toleranz-Semestern und muss Studienbeiträge zahlen.
Für uns als AktionsGemeinschaft ist klar: Keine Studentin und kein Student darf für Engagement an der Gesellschaft bestraft werden. Deshalb ist unsere Vision die Anrechenbarkeit ehrenamtlicher Tätigkeit in Form von ECTS-Punkten für Wahlmodule. So wollen wir einerseits den belastenden Druck von engagierten Studierenden nehmen und andererseits ein Anreizsystem für ehrenamtliche Arbeit neben dem Studium schaffen.

Die Gesellschaft profitiert enorm durch ehrenamtliche Tätigkeit von Studierenden (Bild: privat)

Unsere Gesellschaft lebt von ehrenamtlicher Arbeit. Es ist wichtig, diesen Wert auch allen Studierenden mitzugeben!

1 Monat Praktikum = 5 ECTS? – Ja klar!

So wie wir die Anrechenbarkeit von Ehrenamt fordern, ist es auch an der Zeit, einschlägige Praktika als Option für Wahlfächer anzubieten. Denn aus unserer Sicht soll das Studium generell eine Zeit der persönlichen Weiterentwicklung und des Erfahrungen-Sammelns sein. Dafür wollen wir die optimalen Voraussetzungen in den Curricula durchsetzen, damit Engagement für die Gesellschaft und das Sammeln beruflicher Praxiserfahrungen nicht weiter eine Hürde im Studienfortschritt darstellen, sondern Teil dieses prägenden Lebensabschnitts werden.

Innsbruck ist die mit Abstand teuerste Universitätsstadt in Österreich. Doch muss es das wirklich sein?

Innsbruck ist die mit Abstand teuerste Universitätsstadt in Österreich. Doch muss es das wirklich sein? 2560 1706 AktionsGemeinschaft Innsbruck

Die steigenden Mieten beanspruchen einen immer größeren Teil des Budgets von Studierenden, die deshalb auf immer mehr verzichten müssen. Sogar in Wohnheimen sind die Preise viel zu hoch, dass man oft “Bettenlager” mit heruntergekommener Möblierung vorfindet, die dem Geist der Zeit einfach nicht mehr entsprechen. Etagenbäder- und Gemeinschaftsküchen sollten längst der Vergangenheit angehören und mit unserer Arbeit in der ÖH werden sie das auch zukünftig. Denn wir finden, dass das Studentenleben auf allen Ebenen attraktiv sein soll und eben nicht nur im Hörsaal.

Zwei Gründe, warum Studierende in Wohnheimen statt in WGs leben, sind erstens die niedrigeren Mieten und zweitens die Möglichkeit, sich durch das Zusammenleben mit anderen Studierenden einfacher einen Freundeskreis aufbauen zu können. In der Realität stellt sich allerdings oft heraus, dass weder das eine noch das andere zutrifft.

Unverhältnismäßig hohe Mieten vielerorts in Innsbruck veranlassen uns als AktionsGemeinschaft dazu, die Stadt Innsbruck mehr in die Pflicht zu nehmen. Es muss am Wohnungsmarkt in Innsbruck mehr passieren. Die vom Bürgermeister vor kurzem vorgestellten Projekte sind zu wenig, dauern zu lang und kommen zu spät! Wir wollen eine spürbare Entlastung am Wohnungsmarkt durch Renovation der bestehenden Studierendenheime und eine mutige Neubauoffensive der Stadt Innsbruck, von privaten und gemeinnützigen Wohnbauträgern. Projekte mit von Heimen mit WG-artigen Strukuren, wie sie von der NHT und der IIG geplant werden, unterstützen wir als AG.

Wir wollen hier künftig auch als ÖH eine noch stärkere Rolle spielen als zuvor, in dem wir bei dem Erstbezug der neuen Plätze bei der Vergabe direkt mitbestimmen und die Kriterien mitformulieren.

Es braucht nämlich die Miteinbeziehung von Studierenden, denn wir wissen, was wir wirklich brauchen! Denn Innsbruck muss nicht für immer die teuerste Universitätsstadt in Österreich bleiben!

Was wäre ein Studium ohne Prüfungen?

Was wäre ein Studium ohne Prüfungen? 2560 1707 AktionsGemeinschaft Innsbruck

Unsere 1. stv. ÖH-Vorsitzende Julia Staudegger bei der Übergabe des Kriterienkatalogs an Lehre-Vizerektor Bernhard Fügenschuh

Prüfungen gehören zum Studieren dazu. Das können und wollen wir auch gar nicht ändern. Allerdings gab es in letzter Zeit aus unserer Sicht zu viele Fälle, in denen Prüfungen kein Abfragen von Wissen erzielten, sondern vielmehr nur Kopfschmerzen und Sorgen bereiteten.
Wir Studierende sind bei Prüfungen einer Vielzahl von Hindernissen ausgesetzt, die den Studienfortschritt unnötig erschweren. Von unzumutbarem Zeitdruck über nicht nachvollziehbare Benotung bis hin zur willkürlichen Beurteilung nach Sympathie erfahren wir am eigenen Leib, wie es sich anfühlt, unter unfairen Prüfungen und Prüfungsbedingungen zu leiden. Dem ist als Einzelperson nur schwer entgegenzuwirken, da PrüferInnen meist am längeren Ast sitzen.

Zum Glück hat die AktionsGemeinschaft Innsbruck in der ÖH den Kriterienkatalog für faire Prüfungen erarbeitet, auf den sich Studierende berufen können. Dieser listet Kriterien auf, welche Prüfungen erfüllen müssen, um in den erfahrenen Augen der AktionsGemeinschaft als fair zu gelten. Selbstverständlich werden wir auch als ÖH und durch unsere Studienvertretungen für die Einhaltung dieser Kriterien kämpfen, es kann schließlich nicht sein, dass Studis mit solchen Problemen alleine klarkommen müssen.